Honda VFR (RC46, Baujahr 2003)

Als Sandra's "Dicke" ihren McCoi bekam...


Vorwort:
Stand dieser Beschreibung ist März 2005 (überarbeitet 10/2005).
Der McCoi ist genauso einfach oder umständlich einzubauen, wie jeder andere Kettenöler auch. Einzig die Platine muß noch selbst zusammengelötet werden, was aber dank der mitgelieferten Einbauanleitung keinerlei Probleme mehr bereitet und auch durch ungeübte Hobbylöter in zwei Stunden erledigt ist.
Die mitgelieferte McCoi Einauanleitung ist verständlichst formuliert und reichlich farbig bebildert. Einzigartig wird sie gar durch ihre raffinierte Falttechnik ;-)

Da mein McCoi in meiner Bandit (GSF 1200 S, Bj. 1998) seit September 2003 und damit seit gut 35.000km seinen Dienst verrichtet, haben wir im März 2005 auch einen in der VFR und im Oktober 2005 in die 900'er Hornet eingebaut.

Ich hoffe, dass für euch meine bisherigen Erfahrungen und auch evtl. mögliche Einbaufehler gut rüberkommen.
Sollte der Ausdruck rechts abgeschnitten sein, dann ändere deine Druckoptionen und drucke im Querformat aus!


1. Die benötigten Teile, Werkzeug und Zubehör

Am Anfang war das Päckchen…

Bestellt habe ich alle im McCoi-Shop mit * markierten Artikel (150ml Tank!). Allerdings noch zusätzlich den Luftfilter (# 12). Auch diesen Öler für die VFR mit Feuchtesensor und nicht mit Regensensor - die bisher gezeigten Einbauvarianten des Regensensors sind mir allesamt zu abenteuerlich und wozu? der Feuchtesensor funktioniert nämlich.

Die mitgelieferte Einbauhilfe habe ich natürlich sofort durch Maisel ersetzt...

Alle Bilder erscheinen durch Anklicken mit höherer Auflösung (ca. 300KB) in einem neuen Fenster.
Zur Teilebefestigung sind noch diese Artikel notwendig, welche nicht im McCoi-Shop zu finden sind:
-2-Komponenten-Kleber (hier: Pattex alte Packung bzw. auch neue Packung)
-Spiegelklebeband von Tesa (ist wetterfest und hält bombenfest, bei Ölung versagt es allerdings den Dienst)
-Isolierband (von irgendwo)
-Textilklebeband (vom Lidl)
-Kabelbinder
-Silikon (Essigvernetzend!)

Weiter sind noch:
-Kabel-Quetschstecker (2x Flachstecker für die Pumpe, 2x Rundstecker 6mm für die Batterieanschlüsse)
-2-adriges Kabel
-ca. 20cm schwarze Schlauchtülle
-und evtl. Kabeldurchführungsdichtungen praktisch.

Als Werkzeug benötigt man:
Natürlich sein Moppedwerkzeug und
Quetschzange, Spitzzange, Schraubendreher,
Cutermesser und Seitenschneider.

Zum löten brauchts natürlich einen Lötkolben und Elektrolot

noch zusätzlich:
-Gummiunterlage für die Steuerungsbox (Türdichtungsgummi)
-teilsyntethisches Kettensägeöl
-Metallklammern für die Befestigung der Steuerungsbox
-Aluklammern für die Befestigung des Schlauchendes


2. Wie fange ich an?

Unabhängig von der Einbaureihenfolge der Teile empfiehlt es sich zur Gewissenberuhigung natürlich erst mal den ganzen Krempel zu schnappen, zum Mopped zu gehen und das Ganze zu betrachten.

Als Einbauort für
-den Tank kommt nur eine Stelle in Betracht, an der er möglichst senkrecht steht. Befestigen kann man ihn dabei entweder mit Kabelbindern oder mit dem Spiegelklebeband (das hält wirklich bombenfest).
-die Elektronikbox kommt nur ein trockener Platz in Betracht, die Lage ist egal.
-die Pumpe kann man jedes freie Eckchen wählen. Bevorzugt sollte die Pumpe zwischen Tank und Schwinge positioniert sein.
Und nicht zu vergessen: Wie führe ich dann den Schlauch von der Pumpe bis zum Kettenblatt?

Daß am Motorrad nie viel Platz zum Unterbringen irgendwelcher Zusätze ist, ist ja weitläufig bekannt. Die VFR RC46, 2003 gehört mit Sicherheit zu den Fahrzeugen, bei denen man schon mal ins Schwitzen kommt sobald die Sitzbank unten ist und sich der frei verfügbare Platz offenbart. ;-) Trotzdem passen Tank, Pumpe und auch Steuerung unter die Sitzbank.

Da passen die Teile hin (von links):
Pumpe, (Alarmanlage), Tank. Die Steuerung kommt auf die rechte Seite, doch dazu später mehr.

3. Der Einbau
a. Von der Kanüle zur Pumpe
Hat man sich das Ganze dann mal so angeguckt, die Positionen ungefähr festgelegt, dann geht der Einbau los. Sinnvollerweise beginnt man am einzigen Fixpunkt: mit der Kanüle!

Honda hat an der Schwingenunterseite netterweise einen Kettenschleifschutz sowie eine Art Minikettenschutz angebracht hatte, die wie gerufen für die Montage des Schlauches und der Befestigung der Kanüle kamen. Sozusagen die Ölervorvereitung.

(Bild hier bereits mit montierter Kanüle)

Den Kettenschutz an den beiden Schrauben lösen und für jeden Kabelbinder zwei kleine Löcher als Durchführung bohren.
Damit die Kanüle gleich ungefähr in die richtige Richtung zum Kettenblatt zeigt, haben wir eine Lüsterklemme mit etwas Silikon positioniert und mit einem Kabelbinder endgültig fixiert.

Der Kanülenadapter muß natürlich bereits vorher in den Schlauch geschoben sein.


Der Kettenschutz wird wieder am Mopped angeschraubt und der Schlauch unter der Schwinge nach vorne geführt. Dazu löst man den unter der Schwinge vorhandenen Kettenschleifschutz und klebt den Schlauch mit Silikon dazwischen fest. Der Schlauch wird dann in der Schwinge (vor dem Hinterrad) nach oben geführt und auf diesem Weg mit viel Silikon befestigt. Auf dem rechten Bild ist der Schlauch bereits rechts der Schwinge hochgeführt, verklebt und in der obersten schwarzen Schlauchtülle verlegt.

Der Schlauch wird neben den anderen Leitungen nach oben geführt und kommt hinter dem Batteriefach unter der Sitzbank zum Vorschein. Jetzt nur noch bis zur Pumpe legen und aufschieben.

 

b. Die Elektrik

Der Reed fand seine Position an der rechten Gabelseite. Befestigt wurde er mit zwei Kablbindern neben der Bremszange (linkes Bild, Zentrum).

Den Magnet testweise direkt neben eine Bremsscheibenhalterung haften (rechtes Bild, ca. 3 Uhr). Spätere Tests mit angeschlossener Steuerung ergaben einwandfreien Impuls und keine Beeinträchtigung der Bremsanlage. Achtung: Magnet nicht auf die Bremsscheibenhalterungsringe befestigen, die verdrehen sich nämlich beim bremsen!

 


(Könnt' mer des Reed-Kabel auch in schwarz ham? ;-))
An das weiße Reedkabel nun so ca. 1,5 bis 2 Meter langes schwarzes Kabel anlöten, Lötstelle sauber abisolieren und das Kabel an der rechten Seite nach hinten verlegen. Also hoch neben die Gabelbrücke, zwischen Tank und Seitenverkleidung entlang bis zur Unterseite des Rahmendreiecks (heisst das so?). Hier von oben einen herkömmlicher Knickstrohhalm durch das (Original-) Kabel- und Leitungsgewurschtel von unter der Sitzbank nach unten zum Kabel geführt und das Kabel durch den Strohhalm gezogen. Mit dem Strohhalm ließ sich das dünne Kabel gut durch die engen Stellen leiten. Wir haben den Strohhalm gleich dort belassen wo er war, da er das Kabel schön stabil in seiner Lage gehalten hat. Der Feuchtesensor wurde direkt darunter in der Peripherie versenkt. Auf dem rechten Bild sieht man das (angelötete) grüne Feuchtesensorkabel und das dünne schwarze Reedkabel, welche erst nach rechts und dann am rechten Bildrand wie beschrieben nach unten geführt sind.
Die Kabel für Pumpe und Strom/Masse einfach unter dem Rahmen zur anderen Sitzbankseite legen.

An der McCoiBox brachten wir Metallklammern an, mit denen wir das Unterteil der Box mit Hilfe von Spiegelklebeband am Motorrad befestigt haben. Die Klammern haben den Vorteil, daß mit einem einfachen Gummiband den Deckel der Box jederzeit problemlos abnehmen und wieder befestigen kann.
Bei diesem Montageort muß übrigens ein Stück von der Sitzbankunterseite abgezwickt werden ist aber unschädlich). Die Kabel an der Steuerung anklemmen...
Bei den Pumpenkabeln Flachstecker und bei den Batteriekabeln Ringklemmen (Durchmesser 6mm) aufquetschen und die Kabel anschließen..


Den Tankverschlußstopfen haben wir bereits beim Kaffee lose (!) zusammengebastelt. Wir haben alle 3 Messingröhrchen bzw. Anschlüsse verwendet.
1x gebogen, ungekürzt für die Zufuhr des Öls (mit Schlauch und Filter)
1x gebogen, an der Stutzenunterseite gekürzt für die Be-/Entlüftung
1x gerade, (Reststück der Entlüftung) für das Befüllen des Tanks
Dieser Befüllstutzen wird mit der mitgelieferten Plastikkappe verschlossen.


Die (im linken Bild untere) Tankseite haben wir mit Textilklebeband verstärkt um ein evtl. scheuern am Rahmen möglichst zu minimieren.
Den Tank in seine Position bringen, Verschlußstopfen richtig drehen und mit der Schraube dicht anziehen.
Den äußeren Luftfilter mit dem Tank verbinden und die Leitung bis zur Pumpe verlegen. Pumpe fertig anschließen.

Auf eine handelsübliche 10mm Spritze ca. 10 cm Schlauch aufstecken, Stopfen von der Befüllöffnung nehmen und den Tank befüllen. Stopfen wieder drauf. Mit dem Schlauch an der Spritze kann man übrigens auch einfacher das Öl aus dem Kanister absaugen ;-)
Achtung:
Der Tank kann nur bis zur Unterkante des Entlüftungsröhrchens befüllt werden - wird also nie ganz voll! Sollte Öl in den Entlüfterschlauch treten, sofort wieder etwas Öl abziehen; der Luftfilter verklebt durch Öl und wäre dann ein Fall für die Tonne.


Öltank mit Luftfilter

Jetzt ist bereits alles hydraulisch und elektrisch angeschlossen. Mit einem Helfer bei frei gängigem Vorderrad überprüfen, ob der Reed korrekt funktioniert (Steuerung auf Stellung 0) und auch die Bremse nicht behindert ist.

Die Klebestelle des Magneten und an der Scheibe mit Bremsenreiniger säubern und leicht anschleifen. Den Magnet mit 2-Komponentenkleber befestigen.
Nochmals Reed und Bremse überprüfen!

Den Kanülenschutz entfernen und die Kanüle ausrichten. Bei dem Original Kettenrad der VFR ist die exakte Ausrichtung auf den Kranz praktisch leider kaum möglich. Wir haben die Kanüle mit Spannung direkt hinter dem Kranz auf das Kettenrad gerichtet. Der scharfkantige Kranz hat dann die Kanüle später passend abgeschliffen - doch das kommt gleich.

Achtung: Beim Kanülenausrichtung unbedingt das Hinterrad auch rückwärts drehen um sicherzugehen, dass die Kanüle an keiner Mutter, Kette oder Zahn hängenbleibt!


Den McCoi durch mehrmaliges drücken (und halten) auf den Taster (in Stellung 0) befüllen. Die einwandfreie Funktion der Pumpe ist akustisch ganz leise und auch durch berühren wahrnehmbar. Nach ca. 6 bis 8 maligem drücken sollte langsam Öl in der Leitung Richtung Pumpe erscheinen. Andernfalls die Ölleitung (bis zur Kanüle) auf Knickstellen überprüfen und diese beseitigen.
Die dicke Ölleitung nach der Pumpe muß bei diesem Befüllvorgang einmalig leicht ansteigend gehalten werden um sie restlos von Luft zu befreien. In der dünnen Ölleitung wird die Luft dann automatisch abgepumpt.

Nun sollten nochmal alle Bauteile, Schläuche und Kabel auf einwandfreie Befestigung überprüft werden. Dies empfiehlt sich auch nochmals nach einigen km Fahrt. Später reicht dann eine gelegentliche Sichtkontrolle der Kette. Bei korrektem System ist diese gleichmäßig und beidseitig geölt.

Die Einstellung des McCoi ist für die VFR mit Originalkette die Stufe 5.

So hat sich die Kanüle nach 500km von alleine genau auf den Zahnkranz eingeschliffen und sieht auch im September 2005 nach 11.000km immer noch so aus.

Die Kette wurde vor der Inbetriebnahme des Ölers übrigens nicht gereinigt.


4. mögliche Einbau-/Fehler
Was mir in 35.000km passiert ist, sollte dir nicht passieren:
Der Transistor ist nicht waagerecht auf die Platine aufgelötet und mit der Platinenschraube verschraubt: Der Transitor wird abbrechen!
Die Pumpenschläuche wurden nicht in der Nähe der Pumpe befestigt und bewegen sich gegen die Pumpe (z.B. Schwinge): Der Pumpenanschluß kann ausreissen.
Als Anschlußstecker zur Elektronik wurde ein SUB-D Stecker verwendet: Er geht irgendwann einfach nicht mehr. Der Öler ölt nicht.
Ein Ölschlauch ist geklemmt: Der Öler ölt nicht.
Auf dem Kettensägeöl steht nicht explizit Teilsynthetisch drauf: Das Öl ist biologisch abbaubar und wird verharzen. Die Pumpe verstopft dabei auch!
Der äußere Luftfilter hat Öl bekommen: Die Tankentlüftung funktioniert nicht mehr, der Öler ölt nicht.
Die Tankbelüftung reicht bis ins Öl: Es kommt keine Luft in den Öltank, der Öler ölt nicht.
Die Sicherung kann durchbrennen: ReserveSicherung zumindest bei größeren Touren immer mitführen.
Die Kanüle kann abbrechen/verbiegen: ReserveKanüle mitführen.